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Freunde im Herzen Europas
Mitglieder der grenzüberscheitenden Mikroregion* waren von tschechischer Seite die Städte und Gemeinden Aš (Asch), Hazlov (Hasslau), Hranice (Rossbach), Krásná (Schönbach), Plesná (Fleißen), Podhradí (Neuberg), von bayrischer Regnitzlosau, Rehau, Schönwald, Selb und von sächsischer Adorf, Bad Bambach, Bad Elster, Eichigt, Oelsnitz. Am 18. März 2004 kam noch Triebel hinzu.
In einem Radiointerview berichtete Dagmar Keberlova von Radio Prag am 11. Oktober 2002 über die Gründung der Vereinigung
und ihre Ziele:
Im westböhmischen Aš haben am Freitag, dem 11.10.2002 14 tschechische und deutsche Gemeinden offiziell die grenzüberschreitende Mikroregion "Freunde im Herzen Europas" ins Leben gerufen.
Sie ist bestimmt nicht die erste und die letzte dieser Art. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert 12 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bereits sehr gut. Das Besondere an dieser Vereinigung ist, dass der Erweiterungskommissar der Europäischen Union Günter Verheugen die Schirmherrschaft und den Ehrenschutz über die Gründungskonferenz übernahm. Wie die Stadtvertreter dies geschafft haben, erzählt Dalibor Blažek, Bürgermeister der Stadt Aš:
"Die Region Aš ist ein Ausläufer Tschechiens, der von einer Seite an Bayern und von der anderen an Sachsen angrenzt. Seit jeher haben hier Tschechen und Deutsche gemeinsam gelebt. Bis 1938 gab es auch keine Probleme. Von da an bis 1989 blieben die deutsch-tschechischen Beziehungen auf der Strecke.
Aš versuchte nach der Wende, an die früheren Beziehungen anzuknüpfen. Derzeit arbeiten wir mit einer Reihe bayrischer und sächsischer Städte zusammen. Für die Zusammenarbeit suchen wir Unterstützung auf allen Seiten, sowohl moralische als auch finanzielle. Einer unserer ersten Schritte führte uns im vergangenen Jahr zum EU-Botschafter Ramiro Cibrian in Prag. Wir haben ihn über die Zusammenarbeit und Projekte, die bei uns laufen, informiert und um Hilfe gebeten, wir haben um einen Empfang ersucht.
Der Weg über unsere Regierung war nicht möglich, so haben wir unsere guten Kontakte zu Deutschland in Anspruch genommen. Die Bundestagabgeordnete Frau Ernsberger hat uns dann zu einem Treffen mit EU-Kommissar Verheugen verholfen."
Dem Bürgermeister zufolge war es ein sehr bedeutender Schritt, denn die Repräsentanten von Aš waren die ersten Vertreter einer Stadt aus einem Kandidatenland, die mit dem EU-Kommissar sprechen konnten. Wo es bisher unmöglich war, eine Losung zu finden, sind die Dinge jetzt in Bewegung, konnte Bürgermeister Blažek für Radio Prag feststellen.
Von der Vereinigung "Freunde im Herzen Europas" erhofft man sich in erster Linie eine Verbesserung der Kommunikationsstrukturen zwischen den einzelnen Institutionen. Der tatsächliche EU-Beitritt sollte dann, so Bürgermeister Blažek, für die Region nur noch eine formale Angelegenheit sein. (Ende Radio Prag)
In der Zwischenzeit gab es mehrere Treffen der Bürgemeister und parallel dazu einer Arbeitsgruppe, die sich mit Ausführungsfragen befaßt.
(Vogtland-Anzeiger) Für den 18. März 2004 hatte nun die Oelsnitzer Oberbürgermeisterin Möbius alle Bürgermeister der Freunde in das Rathaus eingeladen. Im angeregten Gespräch wurden Vorstellungen über würdige Veranstaltungen zu diesem Tag diskutiert. Dabei ging es vor allem darum, die Menschen beiderseits der Grenzen einzubeziehen.
Der Bürgermeister Edgar Pöpel der Stadt Rehau informierte darüber, dass am 30. April um 18 Uhr bei einer Festveranstaltung ein auf der Grenze zwischen Aš und Rehau bei Neuhausen durch die Stadt Rehau errichtetes Denkmal mit dem Arbeitstitel "Wiederfindung" enthüllt wird. Dabei wird auch ein bayrischer Staatsminister anwesend sein.
Von Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, Stadt Selb, wurde mitgeteilt, dass seitens der Bayerischen Staatskanzlei am gleichen Tag um 20 Uhr im Rosenthal-Theater in Selb ein Staatsakt im Beisein des bayerischen Vertreters in der EU-Kommission Jochen Kubasch stattfinden wird. Auch in Aš wird dieser Tag mit einer lokalen Veranstaltung um 21 Uhr festlich begangen.
Der Bürgermeister der Stadt Aš, Mgr. Dalibor Blažek, regte ein gemeinsames Konzert der in den beteiligten Städten angesiedelten Musikschulen an. Die Runde war sich bald darüber, daß das erste Konzert in Aš stattfinden soll. Der Auftrag zur Vorbereitung dieser Veranstaltung wurde dem zweiten Bürgermeister von Aš Jirí Knedlík übertragen. Auch Bad Brambach führt am Grenzübergang eine Veranstaltung durch.
Als letzter Punkt stand der Antrag der Gemeinde Triebel zur Aufnahme in die Vereinigung "Freunde im Herzen Europas" zur Debatte. Wie zu erwarten war, wurde dem von der Bürgermeisterin Ilona Groß vorgetragenen Wunsch einstimmig stattgegeben.
* so formulierte Dagmar Keberlova von Radio Prag
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